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Der feministische Mann

Aktualisiert: 20. Mai 2019

Er lebt in Prenzlauer Berg. Trägt ausschließlich biologisch abbaubare vegane Kleidung, dazu natürlich einen Hipsterbart und seine Haare schlingt er in einem locker flockigen Dutt zusammen. Zum Frühstück ernährt er sich von grünen Smoothies. Er arbeitet als freiberuflicher Künstler überall auf der Welt. Zudem hat er eine offene Lebenseinstellung

Ist das der feministische Mann?

Nein! Jeder Mann unabhängig von Lebensort, Kleidung, Ernährung, Aussehen und Beruf kann ein Feminist sein. Feminismus ist weder pro Frauen noch pro Männer sondern für die absolute Gleichsetzung der Geschlechter. Das heißt, dass der Feminismus beabsichtigt, dass wir unsere Mitmenschen nicht mehr auf Grund ihres Geschlechts oder geschlechtlicher Klischees bewerten sondern auf Grund ihres Charakters.

Die Gesellschaftsordnung, (bei welcher die Frau eine bevorzugte Stellung in Staat und Familie hat) der Naturvölker wurde durch Religionen überwunden, in denen die Männer das Sagen hatten. Um diese Machtstruktur weiterhin zu halten, werden die Frauen unterdrückt. Dies ist ein Automatismus, welcher meist auf den Plan rückt, wenn eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zuviel Macht entwickelt.

Das ist nicht allein auf Frauen und Männer beschränkt, sondern kam auch im 3. Reich zur Anwendung. Es ist schließlich ein Mittel zur Unterdrückung einer erfolgreicheren Gruppe.

Historisch waren die Frauen nicht für die Jagd zuständig und haben deshalb die Kinder großgezogen. Nach der Neolitischen Revolution (Menschen werden sesshaft und betreiben Ackerbau und Viehzucht) ist das in Grundzügen so geblieben, nur mussten die Männer nicht mehr jagen sondern betrieben Ackerbau und gingen arbeiten. Die Frauen blieben aber weiterhin zuhause. Sie gingen nicht in die Schule und galten so als „dumm“. Zudem bekamen sie kein Geld, da sie nicht arbeiteten, und hatten dadurch gesellschaftlich ein sehr beschränktes Mitspracherecht. Das änderte sich erst nach der Aufklärung, als der Grundgedanke der Gleichwertigkeit die Bevölkerung anfing zu beschäftigen.

Frauenrechte wurden erstmals im Zuge der Französischen Revolution

thematisiert.

"Politischen Vereinen ist die Aufnahme von Frauenspersonen, Schülern, Lehrlingen verboten. Auch dürfen solche Personen nicht an Veranstaltungen und Sitzungen teilnehmen, bei denen politische Gegenstände behandelt werden."

So lautete §8 des Vereinsgesetzes bis 1908. Durch Aussagen wie diese im Gesetzbuch kam es dazu, dass Luise Otto-Peters (mit anderen Frauen) den Allgemeinen Deutschen Frauenverein gründete. Sie kämpften für Bildungsrechte (zur Schule gehen), das Recht der Erwerbstätigkeit mit freier Berufswahl und die entsprechende Zulassung zu allen Berufen.

Am 6. September 1870 durften Frauen das erste Mal in der Geschichte wählen (in Wyoming, USA). Fast unfassbar, wenn man bedenkt, dass Männer dies schon seit der Antike (Solon) dürfen. Im Jahre 1878 wurde der Mutterschutz, oder eher eine verkürzte, unbezahlte Art davon, in der Gewerbeordnung geregelt.

Auf Antrag von Emma Ihrer und Clara Zetkin wurde 1889 beim Gründungskongress der 2.Internationale in Paris die Gleichberechtigung der Frau beschlossen. Zudem entstand so der „Verband weiblicher Angestellter“. 1891 in Deutschland das erste Arbeiterinnenschutzgesetzt in Kraft. (Keine Frauenarbeit unter Tage, kein 11-Stunden-Tag, 4 Wochen bezahlte Ruhepause nach der Geburt.) Zudem am 12. Mai desselben Jahres Frauen die Zulassung zum Universitätsstudium verweigert.

Und so geht es in der Geschichte der Frauenrechtsbewegung noch viel, viel weiter....

Was bleibt ist jedoch, dass wir hier und heute das Recht auf Bildung haben. Alle! Wir haben alle die Möglichkeit, alles zu studieren, was wir wollen und uns allen gebührt die Entscheidung für den Beruf und die Partei unserer Wahl. Wir dürfen alle politisches Mitspracherecht haben.

Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, zu begreifen, dass das alles nicht einfach so geschehen ist. Es ist geschehen, weil FeministenInnen vor unserer Zeit dafür gekämpft haben. Wir haben die Chance die FeministenInnen von morgen zu sein. Jene, die die Gleichsetzung absolut durchsetzten. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Denn wir sind noch lange nicht am Ende der Geschichte des Feminismus angekommen und jede Stimme zählt.



Artikel von Hermine Hempel

(Quellen: http://www.mhttps://de.wikipedia.org/wiki/Frauenbewegungeinhard.privat.t-online.de/frauen/chronik.html)


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