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Sanitärhygiene an Berliner Schulen

Aktualisiert: 9. Mai 2023

Betritt man die Schultoilette, muss man aufpassen, dass man nicht auf dem nassen Toilettenpapier ausrutscht. Dazu kommt auch noch, dass die Toiletten derartig stinken, dass man am liebsten wieder 2 Schritte zurücktreten möchte.

Auf dem gefliesten Boden sind Dreck und Urin zu sehen, an den Wänden kleben Papierhandtücher. Einer der beiden Spiegel wurde abgenommen. Auch die darunterhängenden Waschbecken sind beschmutzt.

Dies ist ein typischer Anblick in vielen Berliner Schultoiletten, welcher von vielen Faktoren abhängt. Genau solche Faktoren haben wir uns angesehen, genauso wie die Sanitärhygiene an unserer, sowie auch an anderen Berliner Schulen.


Der Toiletten-Vandalismus ist ein langanhaltendes Problem an Berliner Schulen. Durch die daraus resultierenden Schäden kommt es häufig zu Schließungen der Toiletten.

Es steht in Frage, ob dieses Vorgehen legal ist, denn für ca. 500 Jungen müssen laut Schulrichtlinien 20 Pissoirs und 10 WCs verfügbar sein, und für ca. 500 Mädchen 25 WCs zur Verfügung stehen. Für 15 Lehrer muss ein Lehrer-WC zugänglich sein, für 5 Lehrerinnen muss ebenfalls ein Lehrer-WC vorhanden sein.

Wenn einige Toiletten geschlossen sind, ist es fragwürdig, ob die Richtlinien eingehalten werden.


Allerdings nutzen 64% der von der „German Toilette Organisation“ befragten Schülerinnen und Schüler die Schultoiletten ohnehin nur im Notfall, 11% besuchen sie nie. Das liegt auch daran, dass drei Viertel der Befragten Schultoiletten generell zu schmutzig finden.


Experten schätzen den Sanierungsbedarf von allen Berliner Schultoiletten auf mehrere 100 Millionen Euro. Jeder Schule stehen seit 2022 nur noch etwa 3000 € im Jahr statt wie zuvor 28000 € für die gesamten Sanierungsarbeiten zur Verfügung, da laut der Senatsverwaltung für Bildung wegen der nötigen Einsparungen im Haushalt der Senatsverwaltung auch dieser Bereich betroffen sei.


Da das Thema der Sanitärhygiene an Berliner Schulen zweifellos von sehr großem allgemeinen Interesse ist, haben viele verschiedene Personen dazu eine Meinung, sodass wir einige von ihnen befragt haben.

Unsere Interviewpartner sind der Schulhausmeister Herr S., ein Lehrer am Romain-Rolland-Gymnasium, Herr M., sowie einer der Schüler an unserer Schule, Linus V.

Das Thema der Sanitärhygiene empfanden alle Interviewpartner als sehr wichtig.

„Meiner Meinung nach ist es ein Grundbedürfnis [...], dass hygienische Toiletten und Möglichkeiten, sich die Hände zu waschen und zu trocknen, jederzeit vorhanden sind“, formulierte Herr M.

Viele Schülerinnen und Schüler finden vermutlich die Schultoiletten im Allgemeinen zu schmutzig. So auch Linus V. Der Schüler sagte, er finde es schade, dass die Toiletten so extrem schlecht ausgerüstet seien, da die Benutzerinnen und Benutzer zum Beispiel häufig keine Seife oder Toilettenpapier hätten.

Herr S. entgegnet allerdings: „Unsere Toiletten liegen über dem Reinickendorfer Durchschnitt. Es gibt Schulen, an denen die Toiletten einen schlechteren Zustand als unsere haben.“

Zur Kürzung des Sanierungsbudgets äußerte Herr M.: „Ich halte es für eine große Herausforderung, damit umzugehen.“.


Unsere Interviewpartner empfinden die Schultoiletten allesamt als sehr schmutzig und deutlich verbesserungswürdig. Außerdem sehen sie die Sanitärhygiene als essenziel für den Schulalltag. Dem schließen wir uns an. Es ist äußerst unangenehm, unsaubere Toiletten zu besuchen. Klar ist aber, dass die Schülerinnen und Schüler auch für die Sanitärhygiene sorgen müssen, und zum Beispiel Ausstattung nicht mutwillig beschädigen dürfen. Wir denken, dass eine Lösung gefunden werden muss, da das Problem der fehlenden Sanitärhygiene, unserer Meinung nach, nicht dauerhaft bestehen bleiben kann. Doch wie diese Lösung aussieht und wann sie kommen wird, bleibt offen.




Bent-Frederik, Yannick, Vincenz, Theodorus

(WPU-Journalismus)





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